PSE, Steinwolle oder Holzfasern: Der Leitfaden für Ihre Außenwanddämmung
Wie wählt man die richtige Außenisolierung aus?
Bei der Außenwärmedämmung dominieren drei Dämmstoffe: expandiertes Polystyrol (EPS), Steinwolle und Holzfaser. EPS bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, Steinwolle ist nicht brennbar und dampfdurchlässig, Holzfaser sorgt für den besten Sommerkomfort und weist eine positive Ökobilanz auf. Die richtige Wahl hängt von Ihrer Wand, den Brandschutzvorschriften, Ihrem Budget und Ihren Komfortansprüchen ab. Centrale ITE hilft Ihnen beim Vergleich und bei der Auswahl.
Vergleich der Dämmstoffe für WDVS
Die Kriterien für die Wahl des richtigen Außendämmstoffs
Ein WDVS-Dämmstoff wird nach sechs Kriterien ausgewählt: Wärmedämmleistung, mögliche Dicke, Brandverhalten, Wasserdampfdurchlässigkeit, sommerlicher Wärmeschutz und Budget.
Kein Dämmstoff ist überall der beste: Alles hängt davon ab, worauf Sie Wert legen.
1. Die Wärmedämmleistung: Lambda (λ) und Wärmedurchlasswiderstand R
Die Wärmeleitfähigkeit λ misst, wie gut ein Material Wärme durchlässt: Je niedriger sie ist, desto leistungsfähiger ist der Dämmstoff. Der Wärmedurchlasswiderstand R, angegeben in m².K/W, beschreibt die Leistung einer Platte bei einer bestimmten Dicke: Je höher er ist, desto besser ist die Wand gedämmt. Er wird wie folgt berechnet: R = Dicke (in Metern) ÷ λ.
2. Die verfügbare Dicke
Beim WDVS zählt jeder Zentimeter: Dachüberstände, Fensterbänke, Grundstücksgrenze oder Straßenflucht. Ein Dämmstoff mit niedrigem λ wie Graphit-EPS erreicht dieselbe Leistung mit geringerer Dicke.
3. Das Brandverhalten
Steinwolle ist in die Klasse A1 eingestuft, also nicht brennbar. EPS und Holzfaser sind in die Klasse E eingestuft. Bei Gebäuden, die Brandschutzvorschriften unterliegen (Mehrfamilienhäuser, öffentlich zugängliche Gebäude), muss EPS je nach technischer Zulassung des Systems und den örtlichen Vorschriften mit Brandriegeln aus Steinwolle kombiniert oder sogar durch einen nicht brennbaren Dämmstoff ersetzt werden.
4. Die Wasserdampfdurchlässigkeit
Altbauwände (Naturstein, Vollziegel, Stampflehm) müssen „atmen“ können, um Feuchtigkeit abzuführen. Ein stark dampfdurchlässiger Dämmstoff wie Steinwolle oder Holzfaser verhindert, dass Feuchtigkeit im Mauerwerk eingeschlossen wird. Bei neueren Wänden aus Beton oder Betonstein ist dieses Kriterium weniger entscheidend.
5. Der sommerliche Wärmeschutz
Der sommerliche Wärmeschutz hängt davon ab, wie gut der Dämmstoff Wärme speichern und ihren Durchgang verzögern kann (die Phasenverschiebung). Holzfaser ist dicht und hat eine hohe Wärmespeicherkapazität (ca. 2.100 J/kg.K) – sie hält das Haus bei großer Hitze am wirksamsten kühl.
6. Budget und einfache Verarbeitung
EPS ist am günstigsten und leichtesten und damit am schnellsten zu verlegen. Steinwolle und Holzfaser sind teurer und schwerer, bieten aber Vorteile beim Brandschutz, Schallschutz oder sommerlichen Wärmeschutz.
Expandiertes Polystyrol (EPS): die Wahl für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis
EPS ist der meistverwendete Dämmstoff für verputzte WDVS – dank seines hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses, seines geringen Gewichts und seiner einfachen Zuschneidbarkeit. Es gibt zwei Varianten:
• Weißes EPS: λ um 0,038 W/m.K, die günstigste Lösung
• Graphit-EPS (grau): λ bis 0,031 W/m.K dank Graphitpartikeln, die die Wärmestrahlung reflektieren; bei gleicher Dicke dämmt es etwa 20 % besser als weißes EPS. Auf der Baustelle vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt verlegen (Gerüstplanen), um Verformungen zu vermeiden
Grenzen: Brandklasse E, wenig dampfdurchlässig und schwächer beim sommerlichen Wärmeschutz. Nur für tragfähige, trockene Untergründe geeignet.
Steinwolle: der nicht brennbare Dämmstoff
Steinwolle ist ein nicht brennbarer mineralischer Dämmstoff (Euroklasse A1), sehr dampfdurchlässig und leistungsstark beim Schallschutz. Mit einem λ von 0,034 bis 0,036 W/m.K erreicht sie bei 140 mm einen Wärmedurchlasswiderstand von etwa 4 m².K/W. Sie ist die erste Wahl für Mehrfamilienhäuser, Gebäude mit Brandschutzauflagen und lärmbelastete Fassaden und dient zudem als Brandriegel in EPS-Systemen. Grenzen: Sie ist schwerer und teurer als EPS, erfordert eine sorgfältige Handhabung (empfindlichere Plattenkanten) und geeignete Dübel.
Holzfaser: sommerlicher Wärmeschutz und Ökologie
Holzfaser ist ein biobasierter Dämmstoff, der eine gute Wärmedämmung (λ 0,037 bis 0,040 W/m.K), eine hervorragende Dampfdurchlässigkeit und den besten sommerlichen Wärmeschutz der drei Dämmstoffe vereint. Ihre hohe Rohdichte (ca. 110 kg/m³ bei Putzträger-Dämmplatten) und ihre hohe Wärmespeicherkapazität verlangsamen im Sommer das Eindringen der Wärme.
Sie eignet sich besonders für Holzrahmenhäuser, Altbauten und ökologische Sanierungsprojekte. Grenzen: höherer Preis, Brandklasse E, bei gleicher Leistung etwas größere Dicke.
Welche Dämmstoffdicke für ein WDVS?
Die Dicke eines Dämmstoffs wird aus dem angestrebten Wärmedurchlasswiderstand berechnet: Dicke = R × λ. Für Wände ist ein Wärmedurchlasswiderstand von mindestens R = 3,7 m².K/W ein gängiger Richtwert bei der Sanierung. Hier die je nach Dämmstoff erforderliche Dicke:
Zertifizierungen vor dem Kauf prüfen
Ein WDVS-Dämmstoff muss über eine Zertifizierung seiner Leistungswerte verfügen und mit dem verwendeten Putzsystem kompatibel sein. Prüfen Sie:
• Das ACERMI-Zertifikat (Frankreich): Es garantiert die angegebene Wärmeleitfähigkeit λ und den Wärmedurchlasswiderstand R, geprüft von einer unabhängigen Stelle
• Die Leistungserklärung (DoP) und die CE-Kennzeichnung, in Europa vorgeschrieben
• Die Kompatibilität mit dem WDVS: Der Dämmstoff muss in der technischen Zulassung (Avis Technique) oder der Europäischen Technischen Bewertung (ETA) des Putzsystems aufgeführt sein
Bei Centrale ITE stehen die Zertifikate und technischen Datenblätter jedes Dämmstoffs auf der Produktseite zum Download bereit.
Welcher Außendämmstoff für welches Projekt?
Der richtige Dämmstoff hängt in erster Linie von der Art des Gebäudes und der Wand ab. Hier unsere Empfehlungen für die häufigsten Situationen:
Fehler, die Sie vermeiden sollten
• Nur nach dem Preis entscheiden, ohne die Brandschutzanforderungen des Gebäudes zu prüfen
• Einen wenig dampfdurchlässigen Dämmstoff auf einer feuchten Altbauwand anbringen
• Dämmstoffe nach der Dicke statt nach dem Wärmedurchlasswiderstand R vergleichen
• Dämmstoff und Putz aus verschiedenen, nicht gemeinsam zugelassenen Systemen kombinieren
• Graphit-EPS während der Verlegung direkter Sonneneinstrahlung aussetzen
Den richtigen Außendämmstoff wählen
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